27.12.2018 Warum wir keine Levelprüfungen/Gürtelprüfungen haben ...


Heute beschäftigen wir uns mit einer Frage, die ich oft zu hören bekomme: „Warum habt ihr keine Gürtelprüfungen/Levelprüfungen bei der CKMI/THE FARM?“
Meiner Ansicht nach halten Gürtel Hosen und dabei ist die Farbe nur aus modischen Aspekten von Interesse.
Wir arbeiten genau wie alle anderen Verbände nach einem bestimmten Protokoll. Angriffe sind unterteilt in bestimmte Ausgangsszenarien. Hierfür bieten wir Lösungen an, aber das Hauptaugenmerk liegt auf Adaption und Improvisation.
Da sich eine Auseinandersetzung nie auf nur einen Angriff, nur eine Technik, nur eine Lösung herunterbrechen lässt und es den gemeinen Straßenschläger auch einen Mist interessiert, welchen Gurt oder welches Level jemand hat, brauchen wir auch keine Gürtel.

Hier finden wir schon die erste Problematik eines feststehenden Curriculum.
Eine Person (der Meister) oder bestenfalls ein Gremium aus Personen (den Meistern) legt fest, wie die Lösung für ein Problem aussieht.
Nun wird auf diese Schablone geprüft.
Tanzt der Schüler die Vorgaben nach dem Vorbild der Meister schön nach, erhält er ein Bienchen ins Fleißheft.
Die Frage, die sich stellt: ist es die beste Technik für ihn oder ist es die beste Vorgehensweise für den Meister?

Nehmen wir mal mich als Beispiel (180cm, 115Kg). Ich würde einen wirklich komplizierten Wurf in mein meisterliches Curriculum aufnehmen, der viel Kraft, eine gewissen Statur und Physis voraussetzt und würde eine 50 kg schwere Schülerin auffordern, den Wurf zu performen nur weil er in ihrer Prüfung dran kommt!

Wie denkt ihr würde das ausgehen?

Right...sie würde das Ding einmal schön performen, mit einem Trainingspartner, der ihr nicht schlecht gesinnt ist und würde das Ding dann wieder aus ihrer Selbstverteidigung streichen, weil nicht anwendbar, bei unkooperativem Gegner.

Was lernen wir hieraus?
Es geht um Selbstschutz. 
Dieser ist individuell angepasst und improvisiert.
Wie kann ich so etwas in eine Form drücken? Oder besser, wie kann ich die kostbare Zeit meiner Schüler so vergeuden?

Ich verteufle nicht den Grundsatz eines feststehenden Curriculums, nein für die Schüler ist es gut eine Roadmap zu haben, an der sie sich orientieren können, aber das kann ich als Trainer steuern.
Dafür bedarf es keiner Prüfung und keiner Schablone.
Sekundäre Attribute wie Durchsetzungsvermögen, Ausdauer, Wille sollten Teil eines jeden Trainings sein.
Hier lassen sich in kurzer Zeit Benefits für reale Situationen herausziehen.

Technik etc. kann immer besser werden, aber Wille und Durchsetzungsvermögen stehen in den wenigsten technischen Vorgaben der Verbände.

Manchmal gipfelt der Vorgabenwahn sogar darin, den Unterricht so zu gestalten, dass dem Schüler nur das geschult wird, was seinem Level entspricht.
Also Technik ABC ist Bestandteil deines 1 Levels, wir zeigen dir jetzt EFG, damit du die nächste Prüfung machen kannst and so on …

Ich sehe schon den Schüler: " Hey Herr Angreifer, sorry, könnten Sie die Eisenstange weg legen, das hatten wir noch nicht. Kam in meinem Level noch nicht dran. Aber wenn ich mich brav an alles halte, dann können Sie in 2 Jahren wieder kommen!"
Also woher kommt diese Geschichte.
Man hat sich in der Vergangenheit bei Kampfkünsten bedient und das System der Gürtel oder Level einfach übernommen.
In der Kampfkunst hat dieses System auch eine Berechtigung, weil es darum geht Perfektion zu erlangen.

Der perfekte Schlag, der perfekte Tritt.... das Ziehen der Waffe in Vollendung.

Wo liegt der Unterschied. Ganz klar, das ganze findet im luftleeren Raum statt, im Dojo mit perfekten Partnern, unter perfekten Bedingungen, nicht auf der Straße mit einem Kind an der Hand oder der Freundin dabei, nicht überraschend, nicht chaotisch, nicht brutal.
Es geht um die Bewegung an sich, nicht um die Lösung des betreffenden Problems.
Bevor ich es vergesse, ein nicht ganz unerheblicher Faktor ist Zeit. Will ich mich in meinem Selbstschutz verbessern, möchte ich schnelle Fortschritte und kein langes Hungern lassen, bis irgendjemand meint, jetzt bist du soweit für den nächsten Schritt.
Fortgeschrittene Techniken erleichtern häufig das Verständnis zu einfacheren Dingen und keinem Fortgeschrittenen schadet es, an seinen Basics zu arbeiten.
Der Belesene und Informierte wird jetzt darauf abzielen, dass jeder in seinem Training Ziele braucht. Da gebe ich ihm Recht.
Das Ziel sollte aber das Lösen des Problems, das unversehrte Entkommen aus einer Situation und nicht das schöne Nachahmen sein.
Einen Unterschied machen wir aber in unserem Kindertraining. Gelegentliche Prüfungen und das Erlangen von weiteren Gürteln hält die Kinder motiviert, die den Zugang zur Thematik der Selbstverteidigung aufgrund ihres jungen Alters einfach noch nicht umfänglich verstehen.
Fazit: ich sehe keinen Sinn in Gürtelprüfungen/ Levelprüfungen.

Allen Vorteilen, Einheitlichkeit, motivierenden Faktoren etc. zum Trotz, sind sie nicht zielführend.
Wir erlernen keine Kampfkunst sondern versuchen uns auf das Chaos der Straße vorzubereiten.


Stay Safe
Euer Michel

 

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